Zum Inhalt springen

Mit der BMW R 1250 GS Adventure nach Sizilien

Die BMW R 1250 GS Adventure ist perfekt für eine Reise über mehrere tausend Kilometern Richtung Süden mit dem Ziel Sizilien in der Region Modica. Meine Erfahrungen und Eindrücke mit der BMW R 1250 GS Adventure während der Reise nach Sizilien und zurück nach Deutschland.

Reiseroute nach Sizilien

Meine Route nach Sizilien habe ich in mehrere Etappen unterteilt. Geplant während der Fahrt habe ich zwei Übernachtungen. Eine Nacht war geplant am Chiemsee sowie eine Nacht auf der Fähre von Genua nach Palermo. Von Palermo ist das Ziel in greifbarer Nähe.

  • Berlin – Chiemsee mit Übernachtung
  • Chiemsee – Genua (Übernachtung auf der Fähre)
  • Genua – Palermo
  • Palermo – Region Modica

Regenfahrt mit der BMW R 1250 GS Adventure

Bei meinem Start war das Wetter bereits wechselhaft mit Wolken und noch bisschen Sonne. Also bin ich bei Wolken los und bereits auf der Höhe von Leipzig fing es kräftig an zu regnen. Nun gut, dass Wetter durfte keine Ausrede sein denn ich musste im Zeitplan bleiben. Um es vorweg zu nehmen: Es hat bis zu meiner ersten Etappe am Chiemsee nicht mehr aufgehört zu regnen. Der Regen war teilweise so stark, dass man nur mit 40-50 km/h die Autobahn befahren konnte. Ich habe mich hinter ein PKW geklemmt und bin ruhig dahin gefahren. Trotz dem Regen lag die BMW wie eine Lokomotive auf der Straße. Durch das Gewicht hatte ich das Gefühl, dass ich sicher auf den Asphalt gepresst werde.

Regenfahrt mit der 1250 GS Adventure Richtung Chiemsee.

Metzeler Tourance Next an der BMW 1250 GS Adventure

An der Stelle noch was zu der Bereifung der BMW. Die Reise bin ich mit Metzeler Tourance Next Reifen gefahren. Ich kannte die Metzeler Tourance Next schon von meiner alten BMW F 800 GS Adventure und war damals schon sehr zufrieden mit der Performance der Metzeler. Die Tourance Next haben während der Regenfahrt wieder einmal ihr Können bewiesen und es gab keinerlei kritische Situationen aufgrund von fehlendem Grip aufgrund der sehr nassen Fahrbahn. Die Metzeler Tourance Next haben mir ein gutes Sicherheitsgefühl vermittelt und sind definitiv für solche langen Reisen geeignet.

Nachdem ich fast sieben Stunden im Regen gefahren bin, war ich froh am Ziel angekommen zu sein. Ich war ziemlich durchgefroren, da selbst die Regenkombi dem Dauerregen und Autobahn irgendwann nicht mehr ganz so viel entgegen zu setzen hatte. Erschwerend kam hinzu, dass das Wasser aus allen Richtungen kam. Von oben, von der Seite und natürlich um mich zu ärgern auch teilweise von der Seite durch den Wind. Aber am Ziel angekommen hat eine warme Dusche und ein frisches Bett auf mich gewartet. Also alles gut.

Vom Chiemsee nach Genua

Am nächsten Morgen bin ich zeitig los um pünktlich in Genua anzukommen. Zeit für Pausen und Stau sollte immer einberechnet werden in die Planung. Die Route vom Chiemsee nach Genua ist absolut traumhaft. Auf der Route kriegt man alles zu sehen was das Auge begehrt. Gestartet bin ich am Chiemsee, weiter geht es über den Brenner durch die Alpen. Die Landschaft der Alpen und Norditalien ist wunderschön und es ist ein Vergnügen den Tempomat einzuschalten und die Landschaft an sich vorbeiziehen zu lassen. Die Berge sind ein Naturschauspiel.

Weiter geht es ins Norditalienische Flachland. Die Autobahnen sind sehr gut ausgebaut und teilweise vierspurig. Für die Maut in Italien, die auf den meisten Autobahnen erhoben werden, kriegt man eine gute Gegenleistung. Die Tunnel sind hell erleuchtet und werden mit Solarenergie betrieben. Solarzellen am Anfang von den Tunneln sind fast immer zu sehen. Es scheint so, dass Italien eine clevere Autobahninfrastruktur aufweist als Deutschland. In Italien wird auch immer wieder deutlich wie gut man Reflektoren für die Autobahn einsetzen kann. So wird eine Vielzahl von Straßenlaternen eingespart ergo auch Strom. Und wie ich wieder einmal erfahren habe sind Reflektoren in der Nacht genial auf der Autobahn als Orientierung.

Mit der Fähre von Genua nach Palermo

Die Fähre hatte leider mehr als sieben Stunden Verspätung. So hatte ich mehr Zeit zum Nichtstun als mir lieb war. Planmäßige Abfahrtszeit wäre 18:30 Uhr gewesen. Tatsächlich haben wir den Hafen erst um kurz nach 2 Uhr in der Nacht verlassen. Den Grund für die enorme Verspätung wurde uns von dem Fährunternehmen nicht mitgeteilt. Zum Glück waren neben mir noch einige andere Biker da und so konnte ich mir mit netten Gesprächen die Zeit vertreiben.

In der Warteschlange am Hafen von Genua.

Auf der Fähre hatte ich eine eigene Kabine mit zwei Betten. So konnte ich mich reichlich breit machen und ein Bett für die Motorradklamotten als Ablage nutzen. Die Fahrt mit der Fähre von Genua nach Palermo war ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Das Wetter war während der Fahrt sonnig und wolkenlos. Das Meer war ebenfalls ganz ruhig. In Palermo ist die Fähre durch die enorme Verspätung erst um 2 Uhr in der Nacht angekommen. Am Nachmittag habe ich noch ein paar Stunden geschlafen, damit ich für die Nachtfahrt durch Sizilien fit bin. Als die Fähre in Palermo anlegte war ich somit motiviert auf die Nachtfahrt.

Von Palermo in die Region Modica

Es war pure Freude den Boxermotor auf der Fähre zu starten und die Autobahn Richtung Catania/Enna zu nehmen. Je weiter ich aus Palermo heraus kam, desto dunkler wurde die Umgebung. Die einzig erleuchteten Orte an der Autobahn waren die Tankstellen samt Cafeteria. Zum Glück kriegt man dort zu jeder Tageszeit Kaffee. Es ist herrlich um 4 Uhr Nachts in das Geschäft zu kommen und alles riecht nach frisch gemahlenem Kaffee und es werden wilde Gespräche geführt und gestikuliert.

LED-Scheinwerfer der BMW R 1250 GS Adventure bei Nacht

Nachts zu fahren hat für mich ein ganz besonderes Flair. In der Nacht ist man ziemlich alleine auf sizilianischen Autobahnen und die einzige Lichtquelle sind die LED-Hauptscheinwerfer sowie die LED-Zusatzscheinwerfer. Durch die LED-Zusatzscheinwerfer leuchtet die BMW die Strecke sehr gut und homogen aus und es ist Taghell im Scheinwerferbereich. Es ist ein krasser Unterschied vom Fahrkomfort ob die LED-Zusatzscheinwerfer an oder aus sind. Durch die LED-Zusatzscheinwerfer sind die ersten Meter vor dem Motorrad Taghell und schön breit ausgeleuchtet. Durch das Dynamic ESA stellt sich das Fahrwerk automatisch an die jeweilige Beladung an und auch der Hauptscheinwerfer passt sich an, sodass er immer gut die Straße ausleuchtet. Die LED-Scheinwerfer samt der Zusatzscheinwerfer der BMW 1250 GS Adventure möchte ich nicht mehr missen. Jeder der schon Nachtfahrten erlebt hat weiß, dass sich gute Scheinwerfer besonders in solchen Situationen bewähren.

Offroad mit der BMW R 1250 GS Adventure in Sizilien

Sizilien lädt förmlich zum Offroadfahren ein mit seinen zahlreichen Feldwegen. Diese führen häufig ins nirgendwo und sind ideal um den Enduro-Modus freien Lauf zu lassen. Die Feldwege sind meistens mit kleineren bis größeren Steinen bepflastert und verstärken den sandigen Untergrund. Für die BMW sind solche Wege keine Probleme während man mit einem „normalen“ Auto die Wege besser meidet um sich keine kaputte Karosserie zu holen durch aufsetzen oder ähnlichem.

Offroad mit der BMW 1250 GS Adventure
Offroad in Sizilien mit der BMW R 1250 GS Adventure.

Mit der BMW auf Landstraßen in Sizilien

Die Landstraßen in Sizilien werden SS (ital. Strada Statale, Staatsstraße) genannt. Diese sind das pardon zu unseren Landstraßen und sind meistens sehr gut ausgebaut und asphaltiert. Jedoch sind die meisten SS nur einspurig. Das stellt allerdings als Motorradfahrer kein Problem dar. Der Fahrspaß ist garantiert. Die Straßen sind wie gemacht für die BMW R 1250 GS Adventure. Der Boxermotor leistet bei den Straßen puren Fahrspaß. Die Landstraßen im Süden von Sizilien sind häufig kurvig und führen durch bergiges Gebiet. Da sind die 136 PS und 143 Newtonmeter des Boxermotors genau richtig. Besonders auf den Landstraßen ist der Quick-Shifter eine reinste Freude. Durch den Quick-Shifter kann geschaltet werden ohne den Kupplungshebel zu betätigen. Dadurch wird die linke Kupplungshand entlastet und es entsteht mehr Fahrfreude. Die Gänge werden quasi ohne fehlende Übersetzung eingelegt. Besonders die Beschleunigung ist durch den Quick-Shifter auf Landstraßen ein Vergnügen.

Von Sizilien mit der 1250 GS Adventure nach Deutschland

Die Rückfahrt war ausschließlich auf Autobahn. Auf die Fähre habe ich bewusst verzichtet, da ich mit der BMW durch Italien fahren und Kilometer machen wollte. Die Route zurück habe ich folgendermaßen geplant:

  • Region Modica – Montepulciano (Toskana)
  • Montepulciano – Chiemsee
  • Chiemsee – Berlin

Montepulciano habe ich deshalb gewählt, da es dort ein schönes Hostel direkt an der Autobahn gibt. Außerdem wollte ich auf der ersten Etappe erstmal richtig weit kommen. Die BMW hat während der langen Fahrt nach Montepulciano nicht einmal irgendwas gebraucht außer paar Liter Super Bleifrei. Der Verbrauch der BMW war konstant zwischen 5 – 6 Liter. Ein richtig guter Wert. Der Boxermotor der BMW R 1250 GS Adventure kann trotz dem Gewicht von 268 Kilogramm (ohne Koffer) sehr effizient gefahren werden. Reichweiten von über 600 Kilometer sind real erreichbar und keineswegs ein Marketingspruch von BMW.

1100 Kilometer Dauerfahrt mit der BMW R 1250 GS Adventure

Immerhin waren das fast 1100 Kilometer am Stück die ich gefahren bin. Der Komfort der BMW R 1250 GS Adventure ist wirklich Extraklasse. Ich hatte keinen verspannten Nacken und war nach über 1100 Kilometer körperlich nicht komplett hinüber. Die ganzen Kilometer hat der Boxermotor auf der Autobahn Höchstleistung betrieben (konstante Reisegeschwindigkeit, direkte Sonneneinstrahlung und enorme Hitze durch den Asphalt) und ist gelaufen wie ein bollerndes Uhrwerk. An dieser Stelle nochmal ein großes Lob und Dankeschön an die BMW-Ingenieure für den unübertroffenen Sound von dem Boxermotor. In Montepulciano angekommen bin ich nur noch ins Bett gefallen und habe geschlafen. Am nächsten Tag stand die Etappe bis zum Chiemsee an.

Der Sound der BMW R 1250 GS Adventure

Am nächsten Morgen konnte ich im Hostel ausgiebig frühstücken. Von Montepulciano bis zu meinem Ziel am Chiemsee waren es ca. 750 Kilometer. Deswegen tat es doppelt gut gestärkt und ausgeschlafen auf das Motorrad zu steigen. Man weiß ja nie, was einen auf den zahlreichen Kilometern erwartet. Die Fahrt startete unter blauen Himmel und Sonnenschein. Perfekte Bedingungen um die letzten Kilometer in Italien zu genießen bevor es durch das ansehnliche Österreich führt und schließlich wieder zurück nach Deutschland.